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Du hast es gewusst.

Der teuerste Satz, den Menschen nach dem Scheitern sagen, beginnt nicht mit „Ich hätte nie gedacht“. Er beginnt mit „Ich hab's ja gewusst“.

Du hast es gewusst. Nicht irgendwann. Früh. Früher, als du zugeben willst.

Du hast gewusst, dass diese Person nicht hält, was sie verspricht. Du hast gewusst, dass diese Partnerschaft nicht funktioniert. Du hast gewusst, dass diese Entscheidung dich etwas kosten wird. Und du hast trotzdem gewartet. Nicht weil du blind warst. Sondern weil du fair sein wolltest. Weil du gehofft hast. Weil du dir nicht sicher sein wolltest, obwohl du es warst.

Zwei Arten von Wissen

Es gibt zwei Arten von Wissen. Das eine ist laut. Es kommt mit Fakten, Zahlen, Beweisen. Es lässt sich zeigen, erklären, verteidigen. Das andere ist leise. Es sitzt tiefer. Es braucht keine Beweise, es ist einfach da. Als Gefühl, das nicht verschwindet. Als Zögern, das du immer wieder wegschiebst. Als Stimme, die du irgendwann aufgehört hast zu hören, weil sie dir nicht sagte, was du hören wolltest. Das zweite Wissen ist das genauere. Fast immer. Und fast immer ist es das, das wir am längsten ignorieren.

Warum man wartet

Warten fühlt sich nicht wie eine Entscheidung an. Genau das macht es so gefährlich. Du entscheidest dich nicht aktiv dafür, zu bleiben. Du entscheidest dich nur nicht aktiv dafür, zu gehen. Der Unterschied ist sprachlich. In den Konsequenzen ist er nichts. Warten hat immer einen Preis. Er wird nur später fällig. Und je länger du wartest, desto höher ist er, nicht weil die Situation zwangsläufig schlimmer wird, sondern weil du in dieser Zeit weißt, dass du weißt. Und trotzdem nichts tust. Das nagt. An der Entscheidung. Und irgendwann an dir.

Fast jeder, der durch etwas Schweres hindurchgegangen ist, kann dir den Moment nennen. Nicht den Moment, an dem es zusammengebrochen ist. Den anderen. Den früheren. Den Moment, in dem er es gewusst hat. Und wer ehrlich ist, sagt: Es war nicht der späteste Moment. Nicht als die Zahlen nicht mehr stimmten, als der Partner sich verändert hat, als die ersten Risse sichtbar wurden. Es war früher. Viel früher. Das ist nicht Selbstgeißelung. Das ist Klarheit. Und Klarheit ist der Beginn von allem.

Was daraus folgt

Du kannst das Wissen, das du hattest, nicht ungeschehen machen. Du kannst aber entscheiden, was du das nächste Mal damit machst. Nicht schneller urteilen. Nicht weniger vertrauen. Nicht härter werden. Sondern ehrlicher sein. Mit dir selbst. Bevor es dich etwas kostet. Die Frage ist nicht, ob du es wieder wissen wirst. Du wirst es wissen. Die Frage ist nur, ob du es diesmal früher hörst.


Scheitern lehrt nicht durch den Fall. Es lehrt durch den Moment davor, den du nicht vergessen hast.

Das nimmst du mit

Stefan R. Müller

Autor

Stefan R. Müller

Unternehmer, Gründer von FAIL/WIZE. Mehrere Unternehmen gegründet und geführt. Was dabei entstand: Ein Blick, den man sich nicht kaufen kann.

FAIL/WIZE

Kein Coaching.
Nur Klarheit.

Wenn dich das hier getroffen hat, gibt es mehr davon, im Podcast, in der Community und im nächsten Post.

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